Eine professionelle Bewerbung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Doch oft ergeben sich an verschiedensten Stellen des Bewerbungsprozesses Fragen, auf welche man als Bewerber keine Antwort findet. Wir haben deshalb mit unserer Personalmanagerin Nicole Günthner gesprochen. Im Interview gibt Nicole Tipps zur erfolgreichen Bewerbung, erklärt wie man sich im Vorstellungsgespräch verhalten sollte und verrät, warum es in Russland ganz normal ist, im Lebenslauf Bilder aus seiner Freizeit zu integrieren.

Hallo Nicole, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast! Erzähl uns doch zunächst einmal etwas über deine Person – wie bist du zu FNT gekommen?

Nicole Günthner : Mein Werdegang ist nicht unbedingt geradlinig und vor allem deshalb sehr spannend. Die Arbeit mit Menschen zieht sich aber durch meinen kompletten Lebenslauf. Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und bin dann eher zufällig in die Industrie zu einem Hersteller von Haushaltsgeräten gekommen. Dort war ich zunächst in der Qualitätssicherung, habe dann aber nach kurzer Zeit aufgrund meines pädagogischen Hintergrunds ein Angebot als Personalentwicklerin bekommen. Diese Stelle hatte ich dann zwölf Jahre inne und habe in dieser Zeit bei der IHK meinen Betriebswirt gemacht und berufsbegleitend Wirtschaftspsychologie studiert. Anschließend habe ich für eine kurze Zeit als Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit gearbeitet und war dann bei einem Personaldienstleister für den Gesamtbereich Recruiting verantwortlich. Seit Januar 2017 bin ich jetzt bei FNT tätig und hier vor allem für die Bereiche Bewerbergewinnung und Personalentwicklung zuständig.

Das klingt sehr spannend. Kommen wir nun zum Thema: Wie sieht der Recruitingprozess bei FNT aus?

Nicole Günthner Zunächst einmal schreiben wir die Stellen auf verschiedenen Kanälen aus. Zum einen auf unserer Homepage, aber auch auf Jobportalen wie Stepstone oder der Agentur für Arbeit. Natürlich gibt es für bestimmte Stellen noch den Bereich Active Sourcing/Headhunting, normalerweise wird der Bewerber aber auf uns aufmerksam und bewirbt sich dann über unser Online-Portal.

Worauf schaust du zuerst, wenn du Bewerbungsunterlagen sichtest?

Nicole Günthner: Ganz wichtig ist mir ein ausführlicher und aussagekräftiger Lebenslauf, dem ich viel entnehmen kann. Aus den einzelnen Stationen im Werdegang sollte man herauslesen können, was denn die Inhalte dieser Tätigkeiten waren. Natürlich sollte die Bewerbung auch die relevanten Zeugnisse und Zertifikate enthalten. Bei Absolventen sind das die Abschlusszeugnisse und bei Bewerbern mit Berufserfahrung aktuelle Arbeitszeugnisse. Ich persönlich lege nicht allzu viel Wert auf das Anschreiben, da es wirklich sehr schwierig ist, sich mit dem Anschreiben abzuheben. Mir sind im Anschreiben deshalb eher die formalen Eckdaten wie der frühestmögliche Eintrittstermin, die Gehaltsvorstellung und der Bezug zu FNT wichtig.

Absolventen fragen sich oft, worauf Personalmanager besonders achten. Welche Rolle spielen denn Noten und auf welche anderen Qualifikationen und Fähigkeiten oder Persönlichkeitsmerkmale wird noch Wert gelegt?

Nicole Günthner: Mir ist ein ganzheitliches Bild vom Bewerber wichtig. Nur weil jemand nicht die besten Noten mitbringt, ist das kein Ausschlusskriterium, sofern es keine extremen Ausreißer gibt. Bei FNT legen wir viel Wert auf die bisherige Praxiserfahrung (z.B. durch Praktika) oder auf die Sprachkenntnisse. Englisch ist bei uns gerade im Rahmen der Internationalisierung zur Unternehmenssprache geworden. Uns ist aber vor allem wichtig, dass der Mensch zu FNT passt. Fachlich kann man sehr viel lernen, aber wenn es von der Persönlichkeit nicht passt und sich der Mensch in der Firma nicht wohl fühlt, ist das schwierig.

Bei der Vielzahl an Bewerbungen fragen sich die Bewerber oft, wie man denn noch herausstechen kann. Welche Bewerbungsunterlagen punkten bei dir? Wodurch fallen Bewerbungen positiv auf?

Nicole Günthner: Es ist eigentlich ein ganz simpler Grundsatz: Sobald man etwas anders macht und sich von der Masse abhebt, fällt man auf. Das kann gestalterisch sein, oder aber man bringt ganz neue Attribute an Motivatoren mit. Schön ist es auch, wenn man sich schon in besonderem Maße mit FNT auseinandergesetzt hat.

Was sind denn typische Bewerbungs-No-Gos, die du immer wieder siehst?

Nicole Günthner: Bei mir gibt es fast keine No-Gos. Allerdings erschweren oft formale Dinge das Handling der Bewerbung, z.B. wenn ein Bewerber mehrere verschiedene Word-Dokumente schickt oder wir eine Zip-Datei bekommen, die wir dann intern von der IT erst noch auf Viren überprüfen lassen müssen. Was natürlich auch nicht gut ankommt, ist wenn wir sofort sehen, dass absolut keine Sorgfalt bei der Erstellung der Bewerbung dabei war. Das macht sich zum Beispiel durch viele Tipp- und Rechtschreibfehler bemerkbar. Auch haben wir schon die skurrilsten Bewerbungsfotos bekommen – da waren sogar schon Selfies dabei. Das Bewerbungsfoto sollte natürlich schon professionell sein. Interessanterweise ist es aber beispielsweise in Russland normal, dass man im Lebenslauf auch Bilder von seinen Sport- und Freizeitaktivitäten integriert.

Wenn die Bewerbungsunterlagen überzeugt haben, kommt ja im nächsten Schritt das Vorstellungsgespräch. Worauf achtest du im Vorstellungsgespräch am Meisten?

Nicole Günthner: Im Vorstellungsgespräch finde ich es zunächst wichtig, dass ich als Personalerin die Nervosität und den Druck herausnehmen kann. Nur dann lerne ich auch den Menschen kennen. Es soll ein Dialog auf Augenhöhe stattfinden – wir möchten den Menschen kennenlernen und gleichzeitig soll der Bewerber aber auch uns, seinen Teamleiter und unser Unternehmen kennenlernen. Im Gespräch ist uns das ganz wichtig, dass die Person gegenüber auch Interesse zeigt und aktiv Fragen stellt – es soll ja kein Frage- und Antwort Spiel sein, sondern ein Dialog.

Quelle: https://www.produktion.de/veranstaltungen/fabrik-des-jahres/id-7-erfolgsfaktoren-fuer-das-lean-development-106.html

Hast du eine Lieblingsfrage, die du Bewerbern im Vorstellungsgespräch stellst?

Nicole Günthner: Ich frage die Bewerber gerne, was eine Person aus dem direkten Umfeld über Sie sagen würde. Es kommt mir eigentlich gar nicht so sehr auf die Antwort an, ich möchte eher schauen wie der Bewerber reagiert.

Welche Profile werden denn aktuell bei FNT gesucht?

Nicole Günthner: Als Softwareunternehmen suchen wir natürlich immer Entwickler, Architekten, Product Manager und Product Owner. Natürlich haben wir auch in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Consulting Bedarf. Wir wachsen ja kontinuierlich und suchen deshalb eigentlich in fast allen Abteilungen immer wieder neue Mitarbeiter, was sehr schön ist.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf den Recruitingprozess? Gibt es schon Veränderungen und welche wird es noch geben?

Nicole Günthner: Wir machen mittlerweile das erste Gespräch oft über Skype, das ist auch ein Stück weit Bewerberorientierung. Für den Bewerber und auch für uns entsteht relativ wenig Aufwand aber es ist trotzdem persönlicher wie ein Telefonat, da man hierbei in direktem Kontakt steht. Im Anschluss an dieses Skype-Gespräch findet aber immer ein persönliches Vorstellungsgespräch hier in Ellwangen statt, wo man auch das Team kennenlernt.

Insgesamt ist es schwierig vorherzusagen, inwieweit der Bewerbungsprozess noch digitaler und automatisierter wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass man zukünftig in Zeiten des Fachkräftemangels als Unternehmen gerade auch durch die persönliche und individuelle Art punkten kann.

Worauf man als Bewerber ja immer Wert legt, ist das Privatleben und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Welche flexiblen Arbeitszeitmodelle bietet FNT?

Nicole Günthner: Grundsätzlich haben wir eine 40-Stunden Woche mit Gleitzeitregelung. Man kann natürlich je nach Situation auch seine Arbeitszeit reduzieren oder auch von der Elternzeit oder Pflegezeit Gebrauch machen. Es gibt auch die Möglichkeit, Arbeitszeit auf ein Lebensarbeitszeitkonto anzusparen und dann ein Sabbatical zu machen oder früher in den Ruhestand gehen.

Als Teil deiner Aufgabe als HR Managerin verantwortest du ja auch die Personalentwicklung. Welche Möglichkeiten haben die Mitarbeiter, sich intern weiterzuentwickeln? Wie kann man sich verändern oder weiterbilden??

Nicole Günthner: Natürlich gibt es ganz klassisch Schulungen, Seminare und Trainings, sowohl auf Teamebene als auch auf individueller Ebene. Inhaltlich beziehen sich diese auf neue Technologien, aktuelle Trendthemen oder dienen auch zur fachlichen Weiterbildung, falls ein Mitarbeiter in einem bestimmten Bereich Aufholbedarf sieht. Unsere Mitarbeiter haben natürlich auch die Möglichkeit, sich auf entsprechenden Fachkonferenzen wie z.B. dem Java Forum auszutauschen und weiterzubilden.
Man kann sich natürlich auch horizontal weiterentwickeln, zum Beispiel vom Anwendungsentwickler zum Architekten. Das ist sozusagen „Training on the job“ – man bekommt einen Mentor an die Seite gestellt und einen Entwicklungsplan und hat dann die Möglichkeit, sich fachlich weiterzuentwickeln und sogar nochmal neue Kompetenzen zu erlangen.

Was macht die FNT als Arbeitgeber so besonders?

Nicole Günthner: Wir bieten unseren Mitarbeitern natürlich viele Benefits: Die Betriebliche Altersvorsorge, das Lebensarbeitszeitkonto, schöne Räumlichkeiten, flexible Arbeitszeiten, eine tolle Kantine mit Essenzuschuss und vielfältige Personalentwicklungsmöglichkeiten. Auf unsere Unternehmenskultur und das Miteinander sind wir aber besonders stolz. Obwohl die Firma kontinuierlich gewachsen ist und auch weiterhin wächst haben wir die familiäre Atmosphäre bewahrt. Gruppen wie die FNT Runners oder Climbers oder auch Veranstaltungen wie der Hackathon wurden von unseren Mitarbeitern initiiert und organisiert, was sicherlich auch für unser tolles Betriebsklima spricht.

FNT Inside – 3 Fragen an Nicole Günthner

1. Wie würdest du die FNT in einem Satz beschreiben?

A: „Ein spannendes, bewegendes und herausforderndes Umfeld, indem das Arbeiten aber sehr viel Spaß macht, weil immer etwas voran geht und die Menschen die hier arbeiten prima sind.“

2. Was ist dein Lieblingsessen in der FNT Kantine?

A: Das Salatbuffet finde ich phänomenal!

3. Was war dein lustigstes Erlebnis, dass du mit der FNT verbindest?

A: Gleich im Vorstellungsgespräch als mir gesagt wurde, dass es am Freitagnachmittag Wasseralfinger Feierabendbier gibt – das gibt es bei mir zuhause auch und ich fühlte mich sofort wohl. Da war das Eis dann gleich gebrochen.