In unserem Einleitungsartikel zu der Beitragsreihe „Frauen in der IT“ hatten wir über das Genderproblem in der IT-Branche berichtet. Die FNT steht mit einer Frauenquote von 26,84% im internationalen Vergleich schon heute gut da. Wir haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht, einige unserer inspirierenden Mitarbeiterinnen vorzustellen. Heute im Portrait: Quality Manager Nadine Fuchs und Product Marketing Manager Claudia Lehmann. Im Gespräch mit uns sprachen sie über ihren Berufsalltag, berichteten was ihnen an der FNT als Arbeitgeber gefällt und erzählten welche Vorteile es hat, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten.

Doch wie sind die beiden denn eigentlich in die IT-Branche und zur FNT gekommen? Nadine konnte sich schon immer für Technik, Mathematik und logisches Denken begeistern und wählte den klassischen Weg. Nach Ihrem Realschulabschluss besuchte Sie ein technisches Gymnasium und konnte sich in der Vertiefung Technik (unter anderem mit Inhalten aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik) besonders für Fächer begeistern, welche sich um das Thema Programmieren drehten.

Probleme durch mathematische Formeln und logisches Denken zu lösen fiel Nadine schon immer leicht – ganz getreu dem Motto „Was man versteht, kann man auch anwenden“. Nach dem Abschluss am technischen Gymnasium folgt dann über ein duales Studium der Informatik ihr Einstieg bei FNT. Mittlerweile ist sie schon über 11 Jahre im Unternehmen.

Software – warum nicht?

Claudia dagegen hat über einen kleinen Umweg zur FNT gefunden. Sie studierte BWL-Dienstleistungsmarketing mit dem Schwerpunkt Medienkommunikation und arbeitete im Anschluss bei Werbeagenturen. Interessanterweise kam hier der erste Kontakt zu FNT zustande. FNT war Kunde von Claudias damaliger Werbeagentur, welche mit der Entwicklung des früheren Corporate Designs beauftragt wurde – an welchem Claudia im Umkehrschluss maßgeblich beteiligt war. Doch schnell war klar, dass das dienstleistungsorientierte Marketing auf Agenturseite dauerhaft keine Herausforderung für sie darstellen würde.

Claudia wollte Marketing auf Unternehmensseite machen und selbst Content erstellen. Den Berufswechsel in das Produktmarketing bei FNT beschreibt sie daher als „den nächsten logischen Schritt“. Schon im Vorstellungsgespräch hatte Sie einen super Eindruck – den hat Claudia bis heute behalten, Sie bezeichnet ihre Stelle als „Glücksgriff“.

Obwohl beide den Einstieg in eine Männerdomäne wagten, gab es bezüglich eventuell auftretender Probleme keinerlei Bedenken. Nadine war die Situation aus Ihrer Schulzeit gewohnt. „Von 30 Studenten waren nur 4 weiblich“ stellt Sie rückblickend fest. Gedanken darüber habe sie sich nie gemacht. Auch in ihrer beruflichen Laufbahn bei FNT hat sie nie irgendeine Form von Benachteiligung erlebt. Bei Beförderungsfragen oder Gehältern herrsche Gleichbehandlung. Claudia ergänzt, dass es sogar Vorteile habe als Frau in der IT-Branche zu arbeiten. Neben der gelebten Gleichberechtigung wirkt sich der Mix von Frauen und Männern in Teams positiv auf das Arbeitsklima aus. Neue Sichtweisen und eine andere Atmosphäre tragen dazu bei, mehr Spaß bei der Arbeit zu haben.

„Viele Kollegen sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit – die kleine Extra-Behandlung ist toll!“

Claudia Lehmann

Product Marketing Manager, FNT

Eine größere Herausforderung für Claudia war die Phase der Einarbeitung nach ihrem Quereinstieg. Obwohl sie fachlich über die richtigen Voraussetzungen verfügt, habe sie die Komplexität und Breite der Produkte zunächst unterschätzt. Auch nach der offiziellen Einarbeitungszeit hat sie viel Zeit investiert – und sich vieles selbst beigebracht. Im Endeffekt habe sich dies aber gelohnt. Mittlerweile ist sie von der IT-Welt fasziniert und hat während der intensiven Auseinandersetzung mit den FNT Produkten auch gemerkt, welche Themenfelder sie besonders spannend findet und worauf sie sich spezialisieren möchte: Verwaltung von Rechenzentren und IT Service Management. Passend dazu hat Claudia im September berufsbegleitend ihr Master-Studium begonnen, welches von der FNT gefördert wird.

Die frühzeitige Förderung von Mädchen ist und bleibt das Kernthema

Warum so wenige Mädchen den Weg in die Branche finden? Bei der Antwort sind sich Claudia und Nadine einig: Es gibt zu wenige Berührpunkte mit der Praxis, außerdem werden die jungen Mädchen kaum gefördert. Hier seien die Schulen und die Bildungspolitik in der Pflicht. Es gibt nur einen grundlegenden Kurs zum Thema Internet, nicht aber zum Programmieren. Auch die Eltern seien gefordert, wie Claudia mit einem Beispiel verdeutlicht. Ein Freund habe seiner 8-jährigen Tochter ein Programmierspiel geschenkt, welches mit logischem Denken gelöst werden konnte – auch wenn dieses natürlich sehr spielerisch und altersgerecht gestaltet war, entstand so ein erster Kontakt zur Softwareprogrammierung.

Nadine bei ihrer Präsentation am diesjährigen FNT Girls Day

Doch wie sieht eigentlich der Berufsalltag von Claudia und Nadine aus?

Claudia kümmert sich im Produktmarketing um die internationale Strategie und Vermarktung der FNT Produkte. In diesem Zusammenhang fallen einige operative und strategische Aufgaben an. Im Vergleich zu ihrer Werbeagenturzeit ist sie hier für die Erstellung von Content verantwortlich: Claudia schreibt Fact-Sheets, Fachartikel und erstellt Broschüren. Im internationalen Umfeld müsse zudem strategisch sinnvoll gehandelt werden. Man sollte sich seiner Handlungen und Strategien immer bewusst sein: Wie funktioniert der jeweilige Markt? Welche Branding-Maßnahmen sind nötig und wie werden diese umgesetzt? Können sich negative Rückkopplungen ergeben? Zusätzlich vertritt sie die FNT auf zahlreichen Messen und Events, hält Fachvorträge und koordiniert die Zusammenarbeit mit externen Agenturen.

Nichts ist in Stein gemeißelt

Auch Nadine hat sich beruflich mehrmals verändert – allerdings immer intern. Nachdem sie anfangs als Softwareentwicklerin tätig war, wurde sie anschließend Scrum-Master in ihrem Entwicklungsteam. Durch diese Stelle und den damit verbundenen Aufgaben wie der Koordination von Abläufen, der Organisation sowie der Moderation entdeckte Nadine ihre Stärken und entwickelte für diese Aufgaben eine Leidenschaft. FNT hat sie auf diesem Weg immer begleitet und unterstützt, bis zu ihrem momentanen Beruf als Qualitätsmanagerin. Ihren jetzigen Job würde sie als „Scrum-Master für das ganze Unternehmen“ bezeichnen.

Nadine kümmert sich um die Qualitätsplanung, interne Audits, führt Zertifizierungen wie die ISO 9001 durch und versucht, die vorhandenen Prozesse zu optimieren. Wichtig sei es dabei auch, die Prozesse zu verstehen. Auch ihr zweiter Aufgabenbereich „Organization“ macht ihr viel Spaß. Hier fallen auch abteilungsübergreifende Aufgaben an. Das können Veränderungsprojekte wie die Einführung eines Service Desks im Support oder eine Methodeneinführung sein – manchmal als Projektleitung, manchmal als mitwirkende Kraft.

Eins möchte auch sie uns noch mit auf den Weg geben:

„Arbeiten in einer Männerdomäne ist sehr angenehm. Es herrscht ein offener und ehrlicher Umgang unter den Kollegen. Ich schätze das nach wie vor sehr.“

Nadine Fuchs

Quality Manager, FNT