Obwohl die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle einnimmt, können sich vergleichsweise wenige Schüler für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistern. Dabei werden Absolventen aus MINT-Studienfächern in Zukunft mehr denn je benötigt. Um das Interesse für naturwissenschaftlich-technische Fächer in den Bildungseinrichtungen nachhaltig zu stärken, sind Wirtschaft und Politik gefragt. Auch bei FNT nehmen wir dieses Thema sehr ernst und haben im vergangenen Dezember in Kooperation mit der DHBW eine Exkursion angeboten.

Die MINT-Akademie der DHBW Heidenheim bietet Schülerinnen und Schülern ab Klasse 10 eine Möglichkeit zur Studienorientierung im MINT-Bereich. In Exkursionen und Projekten können die Teilnehmer ihr Wissen im naturwissenschaftlichen Bereich vertiefen, den richtigen Studiengang finden oder Firmen kennenlernen, die ein duales Studium anbieten. Unter dem Motto „Von der Theorie zur Praxis in der Softwareentwicklung“ fand eine zweitägige Exkursion zu FNT statt. Im Rahmen dieser hatten die Schüler die Möglichkeit, interessante Einblicke in den Bereich IT und speziell in die Softwareentwicklung zu erhalten. Und der ein oder andere war durchaus verwundert, welche Rolle die Informatik in unserer heutigen Welt bereits eingenommen hat. Schließlich sind funktionierende IT-Systeme die Grundlage dafür, dass das Internet funktioniert und Prozesse und Dienstleistungen in Krankenhäusern, Banken oder an Flughäfen reibungslos ablaufen können. Die Technik hinter diesen Prozessen bekommt oft wenig Beachtung – dabei wäre ohne die entsprechenden Rechenzentren oder Kabelmanagementsysteme ein problemloses Gelingen vieler Alltagsprozesse nicht gewährleistet.

Rechenzentren, IT-Services & Breitbandausbau in der Karibik – Spannende Themen bei FNT

Umso mehr freute es uns, dass wir Ende November insgesamt 13 Schüler aus Schulen im Kreis Heidenheim empfangen durften. Unser Ausbildungsleiter Marcus Fetzer begrüßte die Teilnehmer und erklärte anhand von Beispielen aus dem Alltag, wie die Produkte von FNT in vielen Branchen eingesetzt werden und wie mithilfe unserer Software Prozesse schneller und effizienter ausgeführt werden können. Natürlich gab es von Marcus auch einen Überblick über die Karrieremöglichkeiten bei FNT. Ein Einstieg bei FNT kann direkt nach dem Abitur über ein duales Studium im Bereich Informatik oder Wirtschaftsinformatik erfolgen, oder nach abgeschlossenem Studium auch als Absolvent.

Nachdem bei der Einführung durch Marcus schon klar wurde, dass Rechenzentren die technische Grundlage zur Bereitstellung zuverlässiger und effizienter IT Services sind, stellten sich einige Zuhörer die Frage „Wie sieht ein Rechenzentrum denn überhaupt aus“? Um diese Frage praxisnah zu beantworten, folgte eine Führung mit unserem Auszubildenden Adrian Häring. Die Schülergruppe konnte sich das Rechenzentrum hautnah anschauen und wurde gleichzeitig von Adrian über die verschiedenen Komponenten eines Rechenzentrums aufgeklärt. Direkt im Anschluss ging es praxisorientiert weiter. Michael Gerhardt berichtete über Herausforderungen und Vorgehensweisen in verschiedenen Kundenprojekten. Auf besonders großes Interesse stieß Michaels Erzählung über den Breitbandausbau in der Karibik. Am Beispiel Belize erklärte Michael, warum Geokoordinaten so wichtig sind und welche Rolle Glasfaserkabel in Zukunft einnehmen werden.

Praxisveranstaltung an der DHBW Heidenheim: App-Entwicklung leicht gemacht

Am 1. Dezember fand dann mit der Lehr & Praxisveranstaltung an der DHBW Heidenheim der zweite Teil der Exkursion statt. Im Fokus stand die App-Entwicklung mit dem App-Inventor. Der App-Inventor ist eine Art Baukastensystem, mit dem jeder auch ohne Programmierkenntnisse eine eigene App entwickeln kann. Der Grundgedanke der App klingt plausibel: Verschiedenste Probleme aus unterschiedlichsten Branchen lassen sich mit Software beheben – oft können diese Probleme jedoch gerade deswegen nicht gelöst werden, da nicht jeder die Programmiersprache beherrscht. Gerade deshalb ist der App-Inventor so hilfreich.

App-Inventor: Entwicklung des Pong-Spiels

Um den App-Inventor zu benutzen, wird lediglich ein Android Gerät und ein Google-Account benötigt. Da ohnehin nahezu jeder einen Google Account besitzt, waren die Grundvoraussetzungen schnell geschaffen. Nachdem die Rechner im DHBW Labor gestartet waren und die Handys mit dem DHBW-WIFI verbunden waren, konnte es auch schon losgehen. Ziel war die Entwicklung einer Grundvariante des bekannten Pong-Spiels. Bei diesem Spiel muss man einen Ball mithilfe eines Schlägers hin und her bewegen, dabei darf dieser nicht die Kante unterhalb des Schlägers erreichen – sonst hat man das Spiel verloren. Durch verschiedene Bausteine lässt sich sowohl das Userinterface („Design“) als auch das Programm („Verhalten“) der App gestalten. Das Userinterface ist die auf dem Bildschirm sichtbare Benutzeroberfläche, welche sich durch verschiedene Knöpfe oder Felder gestalten lässt. Die aus verschiedenen Scratch-Blöcken bestehende Programmlogik (Ereignisse, Variablen, Kontrollstrukturen) ist nicht sichtbar, läuft aber im Hintergrund und bestimmt, wie die App funktioniert.

Screenshot des entwickelten Pong-Spiels

Insgesamt hatten die Schüler im Rahmen der Exkursion an beiden Tagen viel Spaß und bekam die Möglichkeit, direkt in der Praxis etwas „IT-Luft“ zu schnuppern. Wir bei FNT freuen uns immer wieder über die Möglichkeit, unsere Leidenschaft für Software auch an andere weiterzugeben. Und wer weiß: Vielleicht wird aus dem ein oder anderen Teilnehmer ja in Zukunft ein Softwareentwickler!